Stell dir vor, du arbeitest an einem Bauprojekt, und es kommt zu Änderungen, die Mehrkosten verursachen. Deine erste Reaktion? Vielleicht zögerst du, einen Nachtrag zu stellen, aus Angst vor der Reaktion des Auftraggebers.
Du bist nicht allein! Viele von uns haben diese Bedenken. Doch was, wenn ich dir sage, dass ein VOB/B Nachtrag keine Bitte, sondern eine vertragliche Pflicht ist? Lass uns gemeinsam in die Welt der VOB/B eintauchen und diese Missverständnisse ausräumen.
Was ist ein VOB/B Nachtrag?
Ein VOB/B Nachtrag ist ein formaler Anspruch, den du als Auftragnehmer geltend machen kannst, wenn sich der Umfang der zu erbringenden Leistungen ändert. Dies kann durch unvorhergesehene Kosten, geänderte Projektanforderungen oder neue gesetzliche Vorgaben verursacht werden. Wichtig ist, dass du diese Änderungen vor der Ausführung schriftlich ankündigst und mit dem Auftraggeber vereinbarst.
Emotionale Hürden überwinden
Warum scheuen sich so viele davor, Nachträge zu stellen? Oft wird befürchtet, dass der Auftraggeber den Nachtrag als unprofessionell oder als Versuch, zusätzliche Kosten zu verursachen, ansieht. Diese Annahmen sind jedoch falsch. Ein gut dokumentierter Nachtrag zeigt Professionalität und Sorgfalt und signalisiert dem Auftraggeber, dass du dein Projekt im Griff hast.
Merke:
Ein Nachtrag ist kein persönlicher Angriff, sondern eine vertragliche Notwendigkeit, die deine Position stärkt.
Warum Nachträge wirklich unverzichtbar sind
Laut §2 Abs. 6 der VOB/B sind Nachträge nicht nur erlaubt, sondern in vielen Fällen verpflichtend. Die Regelung besagt, dass Änderungen im Bauablauf vorher angekündigt werden müssen. Dies ist keine Option, sondern ein klarer Auftrag.
Die VOB/B stellt sicher, dass du als Auftragnehmer nicht nur deine Rechte kennst, sondern auch deine vertraglichen Pflichten erfüllst. So schützt du deine Position im Projekt. Das gibt dir die Sicherheit, dass du nicht auf unvorhergesehenen Kosten sitzen bleibst.
- Nachträge sind vertragliche Pflichten: Keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
- Klare Ankündigung erforderlich: Vor der Durchführung sind Änderungen schriftlich zu vereinbaren.
- Sicherheit für Auftragnehmer: Schützt vor unvorhergesehenen Kosten.
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Der große Irrtum: Nachträge sind keine Bitten
Ein Nachtrag im Bauwesen ist genauso sachlich wie ein Einwurf beim Fußball. Wenn der Ball die Außenlinie überschreitet, gibt es einen Einwurf. Genauso verhält es sich mit den Nachträgen: Sie gehören einfach dazu. Es geht um das genaue Einhalten von Vertragsregeln, nicht um emotionale Bittstellungen. Lass uns diese irrige Ansicht gemeinsam korrigieren.
Sachlichkeit und Professionalität im Umgang mit Nachträgen
Nachträge sind ein fester Bestandteil des Baualltags und sollten als solcher behandelt werden. Sie sind keine persönlichen Angriffe oder unverschämte Forderungen, sondern rechtmäßige Ansprüche, die im Rahmen des Vertrages geregelt sind. Indem du Nachträge als sachliche Notwendigkeit behandelst, stärkst du deine Position und trägst zur Klarheit und Professionalität im Projektablauf bei.
Mehr zum Thema VOB/B Nachträge erfährst du in unserem Video:
Wie du typische Fallstricke vermeidest
Um Nachträge korrekt und rechtzeitig zu stellen, ist es wichtig, die häufigsten Fehler zu kennen. Sei vorbereitet, bevor der Projektalltag zuschlägt. Ein gut formulierter Nachtrag sichert nicht nur deine Ansprüche, sondern verhindert auch unnötige rechtliche Auseinandersetzungen. So behältst du die Kontrolle und kannst dein Projekt erfolgreich abschließen.
Die häufigsten Fehler bei Nachträgen:
- Unzureichende Dokumentation: Ohne detaillierte Aufzeichnungen über die zusätzlichen Leistungen und Kosten ist es schwer, den Nachtrag zu begründen.
- Fehlende Einigung über die Vergütung: Es ist entscheidend, die Vergütung für die Mehrleistungen vor Beginn der Arbeiten zu klären.
- Verspätete Ankündigung: Nachträge müssen vor der Ausführung angekündigt werden. Eine verspätete Meldung kann zu Streitigkeiten führen.
Merke:
Eine klare Dokumentation und rechtzeitige Ankündigung sind entscheidend, um Nachträge erfolgreich durchzusetzen.
Der Weg zum Profi: Nachträge als Teil deines Werkzeugkastens
Verträge sind dein Spielfeld. Kenne die Spielregeln und wende sie selbstbewusst an. Der erste Schritt ist, deine Nachtragsstrategie zu optimieren. Nutze unser kostenloses Beratungsgespräch, um herauszufinden, wie du Nachträge effektiv einsetzt und so zum Profi im Bauwesen wirst.
Tipps zur erfolgreichen Umsetzung von Nachträgen:
- Frühzeitige Planung: Behalte Änderungen im Projekt im Auge und plane Nachträge frühzeitig.
- Klare Kommunikation: Halte den Auftraggeber über alle erforderlichen Nachträge auf dem Laufenden.
- Schulung und Weiterbildung: Bleibe über aktuelle Änderungen in der VOB/B informiert und bilde dich regelmäßig weiter, um deine Fähigkeiten im Umgang mit Nachträgen zu verbessern.
- Fortlaufende Überwachung: Regelmäßige Kontrolle und Anpassung der Projektanforderungen.
- Eindeutige Protokolle: Schaffe klare Dokumentation und sichere dir Absprachen schriftlich.

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FAQ
Was passiert bei der Nachtragsprüfung durch den Auftraggeber?
Der Auftraggeber überprüft den Nachtrag auf seine Notwendigkeit und Angemessenheit. Dabei wird festgestellt, ob die geforderten Leistungen tatsächlich über den ursprünglichen Vertrag hinausgehen und wie hoch die angemessene Vergütung sein sollte.
Ist der VOB/B Nachtrag eine vertragliche Leistung?
Ja, der VOB/B Nachtrag ist eine vertragliche Leistung, die im Bauvertrag geregelt ist. Er stellt sicher, dass zusätzliche oder geänderte Leistungen korrekt vergütet werden.
Wann sollte man einen Nachtrag ankündigen?
Ein Nachtrag sollte vor der Ausführung der geänderten oder zusätzlichen Leistungen angekündigt werden. So wird sichergestellt, dass alle Parteien über die Änderungen informiert sind und rechtzeitig eine Einigung erzielt werden kann.